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Marokko 1990 + 1993

WIR WAREN MUTIG, LEICHTSINNIG - ABER ES WAR EIN ABENTEUER - UND WIR HABEN ES ÜBERLEBT

Kein Internet, wo du ganz einfach mittels Mausklick eine Unterkunft oder einen Leihwagen buchen kannst. Noch relativ jung und noch nicht so reiseerfahren, aber mit einem großen Drang zum Abenteuer. Wir haben gerade soviel französisch gelernt, dass wir in der Lage waren einen Brief an einen kleinen Mietwagenanbieter in Marokko zu senden. Wochen später dann die erfreuliche Nachricht, wir haben einen Wagen für 3 Wochen - billig war er nicht. Jeder vernünftige Reisende würde sich nur mit einem Allrad in die Wüste wagen. In unserer Leichtgläubigkeit (und Geld hatten wir auch nicht viel) wollten wir einen R4 mit Revolverschaltung. Was wir gleich mal unterschätzt haben, ein Fahrzeug mit nur wenig über 30 PS ist vielleicht nicht ganz so wüstentauglich. Kein Wunder, dass wir bei der ersten gröberen Steigung gleich hängen blieben. Auf der einen Seite rein ins Wadi, auf der anderen rauf - so sollte es sein.  Zurück und mit Anlauf und ...ging ja. Zu dieser Zeit (1990) war es im Süden Marokkos aufgrund der Spannungen mit der Polisario auch nicht ungefährlich so allein durch die Wüstenlandschaft zu fahren und Touristen sahen wir kaum einmal. Als dann die Panzer recht nahe an uns vorbei rollten haben wir uns schon gefragt ob uns die Fahrer überhaupt sehen.

Die Idee, von Telouet auf einer unbezeichneten Nebenstrecke nach Ait Ben Haddou zu gelangen ging gehörig schief. Erst blieben wir mitten in einer Furt des Asif Mellah stecken, dann war bei einem Bergsturz Endstation. Nun wußten wir auch warum auf der Straße keine Reifenspuren, sondern lediglich ein Trampelpfad von den Maultieren zu sehen war. Von der Plateaukante ging die Piste ziemlich steil bergab und obwohl Ursula nie ein ängstlicher Typ war hat sie es vorgezogen da zu Fuß hinunter zu gehen. Nur mit Hilfe einheimischer Berber aus einem nahegelegenen Dorf sind wir wieder den Berg hinauf gekommen - die Steine sind uns nur so um die Ohren geflogen und nun mussten wir auch noch einmal durch die heikle Furt..... 

Im Mittleren Atlas wollten wir noch rausfinden, wielange man mit einem Tankinhalt eines R4 kommt. Wir hatten keine Ahnung was die Straßenverhältnisse oder auch die Länge der Strecke betrifft. Es war landschaftlich toll und wir wurden von Berbern in ihr Nomadenzelt eingeladen, dennoch wurden wir schön langsam nervös, allzu lange fuhren wir schon auf Reserve und die Strecke wollte gar nicht enden. Buchstäblich mit dem letzten Tropfen Benzin kamen wir zur Hauptstraße und bald zu einer Tankstelle.

3 Jahre später stand Marokko erneut auf unserem Reisekalender. Wir wollten im Hohen Atlas Skifahren. Inspiriert von dem uns sehr geschätzten Sepp Friedhuber, der in seinem Afrikabuch was von einem Anlauf einer Sprungschanze geschrieben hat. Der erste Versuch klappte mal wieder nicht - Schlechtwetter - gut, dass wir 2 Wochen unterwegs waren. Als es dann endlich los ging war es noch immer feucht. Per Muli (Gepäcktransport bis zur Schneegrenze) und zu Fuß erreichten wir die alte Neltnerhütte. Alpinisten aus ganz Europa bevölkerten die Hütte. Es war kein vernünftiger Schlafplatz zu bekommen, aber egal - wir hatten unser Zelt mit. In einer geschützten Mulde, wenige Meter von der Hütte war schnell ein guter Platz gefunden. Nachts stürmte es aber dermaßen, dass an Schlaf nicht zu denken war, im Gegenteil, wir hatten zu tun, die Zeltstangen zu halten, damit diese nicht brachen und wir davon geblasen werden. Na wenigstens war das Wetter tagsüber meist schön und wir konnten die Viertausender der Reihe nach einsammeln. Auch der Anlauf der Sprungschanze war nicht so arg wie erwartet. Als zwischendurch in der Hütte Plätze frei wurden sind wir übersiedelt. Jedoch nur für eine Nacht, denn Hitze, Geruch und das Schnarchkonzert war nicht auszuhalten. 

Wir hätten oft spektakuläre Fotos machen können, nur waren wir so mit uns selbst beschäftigt wieder auf die Beine zu kommen, an´s fotografieren haben wir da ganz vergessen.

 

So einfach das Reisen heute auch ist, Anfang der 90erJahre war es eine Herausforderung. Nichts destotrotz haben wir uns bemüht  auf unserem Blog viele Infos (zu finden unter Reisevorbereitung oder Ausrüstung) für euch zusammen zu stellen. Schaut mal rein, wir freuen uns!

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