Nachhaltig Reisen - ein Widerspruch?

Dürfen wir angesichts des Klimawandels überhaupt noch fliegen?  Diese Frage müssen wir uns selbst immer wieder stellen. Einerseits wollen wir euch dazu animieren die Welt zu bereisen, andererseits dürfen auch wir die Augen nicht verschließen oder mit Scheuklappen durch die Welt schlendern.

Ja, es ist möglich, aber jeder kann dazu beitragen den Co2 Ausstoß so gering wie möglich zu halten. Wir werden, so oft es geht, statt mit dem Flugzeug andere Verkehrsmittel, beispielsweise die Bahn benützen. Unser Geld so ausgeben, dass es der einheimischen Bevölkerung zu Gute kommt und nicht Reiche noch reicher macht. Flüge kann man kompensieren (https://www.atmosfair.de) - wohl wissend, dass das auch nicht  "die" Lösung ist. Aber es ist mal ein Ansatz. Eine Möglichkeit dem Klima zu helfen ist: https://www.ecosia.org. Die Suchmaschine verwendet Gewinne, um weltweit Bäume zu pflanzen. Wir verwenden die Suchmaschine (Alternative zu google) seit geraumer Zeit und kommen damit sehr gut zurecht. Mittlerweile gibt es in Europa auch einige Reisebüros, die sich mit Nachhaltig Reisen beschäftigen. Es gibt zu diesem Thema sehr gute, lesenswerte Berichte, siehe unten. 

Die Probleme der heutigen Zeit

Als Reisende haben wir uns natürlich auch mit den vielen Problemen unserer globalen Welt auseinander zu setzen. Dazu gehören u. a. der Klimawandel, Artensterben, Zerstörung von Lebensräumen, der Massentourismus mit all seinen negativen Begleiterscheinungen, Bodenversiegelung, Abfall- und Abwasserproblematik, Luft-,Licht- und Meeresverschmutzung, Bevölkerungswachstum, Armut, Nahrungsmangel, Massentierhaltung, Wasserknappheit, Ausbeutung der Ressourcen, niedrige Allgemeinbildung, Benachteilung von Frauen, bewaffnete Konflikte, internationaler Terrorismus, nukleare Gefahr, künstliche Intelligenz, Biosecurity, Überfischung, Überdüngung, Korruption, Rauchen und andere. Nicht mit jedem Thema müssen wir uns im Detail beschäftigen. Jedoch werden wir feststellen, dass viele dieser Punkte in unmittelbaren Zusammenhang stehen. Wir sind gefordert die gravierendsten Problematiken nicht einfach von uns weg zu schieben, sondern so zu leben, dass auch unsere Kinder und Enkel noch ein lebenswertes Leben führen können. Beschäftigen werden wir uns in erster Linie mit dem Klimawandel, Artensterben, Massentourismus und der Müllproblematik. Jeder kann dazu etwas beitragen. Wir sind weder Vegetarier, noch Veganer - sind uns aber bewusst, dass auch wir durch ausgewogene Ernährung und mit immer weniger Fleischkonsum etwas beitragen können. Auch beim tagtäglichen Leben und Konsumverhalten können wir dem entgegen wirken. Wir werden auch nicht ununterbrochen in der Welt herumfliegen, es gibt genügend Alternativen. Nachhaltigkeit darf nicht zu einer Phrase verkommen.

Wir freuen uns übrigens sehr über interessante Gastbeiträge und kritische Kommentare!

Zum Thema Massentourismus nachfolgende Links zu interessanten Bildberichten und Videos:

Umweltschutz Bedrohte Paradiese Mallorca und die Balearen https://www.youtube.com/watch?v=ITGwMbwRLWs

Es war einmal eine Trauminsel https://www.zeit.de/entdecken/reisen/merian/phu-quoc-insel-vietnam-tourismus

Bedeutung des Massentourismus für Mensch und Umwelt www.reisereport.net/bedeutung-des-massentourismus-fuer-mensch-und-umwelt/ 

Ko Phi Phi Leh Massentourismus und Umweltschäden

https://de.wikipedia.org/wiki/Ko_Phi_Phi_Leh#Massentourismus_und_Umweltsch%C3%A4 

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/die-story/video-thailand---naturzerstoerung-im-tropenparadies--webspecial-reiseradar---kritisch-reisen-102.html (verfügbar bis 13.07.2020)

Artensterben

 

Eines der gravierendsten Probleme der Menschheit. Viele Wissenschafter sind der Meinung, dieses Problem ist noch gravierender als der Klimawandel. Wir können alle etwas dagegen tun, wenn wir nur wollen. In unmittelbarem Zusammenhang mit dem Artensterben steht die Zerstörung des Lebensraumes. Dazu gehört das Abholzen und Abbrennen von Wäldern für Ackerflächen oder Plantagen wie Palmöl genauso wie die Auswirkungen des Klimawandels, Naturkatastrophen wie Großbrände, Überschwemmungen oder der Erhöhung des Meeresspiegels durch steigende Temperaturen.

80.000 Tier- und Pflanzenarten stehen aktuell auf der Liste der bedrohten Arten. Weltweit sind etwa 25.000 Arten vom Aussterben bedroht. Expertenschätzungen zufolge verschwinden ca. 50-150 Arten täglich von der Erde. Davon am meisten betroffen sind die Insekten (Bienen, Schmetterlinge u. a,) aufgrund des Verlustes von Lebensräumen und Pestiziden (Bodenverdichtung, Trockenlegung, Monokulturen, Überdüngung). Das Aussterben einer Art hat oft weitreichende Auswirkungen. 

Wenn ein Insekt nur eine Pflanze bestäubt und sie stirbt aus, dann ist diese Pflanze ebenfalls bedroht. Diese kann sich nicht weiter verbreiten, weil nun der Bestäuber fehlt. Weitere Probleme bereiten die eingeschleppten Arten, die oft die einheimischen Pflanzen verdrängen und auch der Klimawandel spielt eine Rolle. Durch steigende Temperaturen steigen die Pflanzen weiter nach oben, aber irgendwann geht es nicht mehr weiter hinauf.

Pflanzen und Tiere haben sich im Laufe der Evolution immer wieder angepasst, aber in dem Tempo, wie das Artensterben voranschreitet kommen Flora und Fauna nicht mehr nach. Verantwortlich für das Artensterben ist ausschließlich der Mensch.  Denken könnte nützen!         

Massentourismus

 

Die Auswirkungen des Massentourismus sind wohlbekannt. Überall auf der Welt, wo es schöne Plätze gibt haben wir mit diesem Phänomen zu tun. In Österreich (Hallstatt, Dürnstein/Wachau, Salzburg...) genau so wie beispielsweise in Venedig, Barcelona, Thailand, Vietnam, Indonesien, Marokko oder an der Mittelmeerküste und Balearen.

Inseln wie das südvietnamesische Phu Coq, vor wenigen Jahren noch als die Trauminsel schlechthin bezeichnet werden zubetoniert. Baustellen, die längste Seilbahn der Welt, Wasserpark, Safaripark, Müll allerorts, hohe Preise, kaum mehr Authentizität sind die Folgen dieser traurigen Entwicklung. Einheimische stöhnen und wünschen sich nur noch Ruhe und etwas mehr Freiraum, ja eine Begrenzung der Touristenströme.

Thailand, der Traum vieler Besucher, heute wohl in einigen Gebieten nur noch für diejenigen, die nicht genau hinsehen oder die Hundertschaften anderer Touristen zähneknirschend tolerieren. Durch Unachtsamkeit wird die Unterwasserwelt auf Jahre hin zerstört. Ähnliches gilt für viele Gebiete auf der Erde, wie am Djemaa el Fna in Marrakesch oder wie auf unserem Foto im Kathmandutal. Wir dürfen uns nicht wundern, wenn uns die Einheimischen stark bedrängen oder für ein Foto Geld verlangen, ein Souvenirstand auf den nächsten folgt. Angebot und Nachfrage, das zählt - wie überall auf der Welt und jeder versucht  davon zu profitieren.

1991 Hochzeitsreise auf Bali und Lombok. Auf Bali war damals schon viel los, Lombok war noch ein Ruhepol. Auch die Gili Islands wollten wir besuchen, auf Gili Trawangan gab es eine Unterkunft mit lauter Disco, für uns ein Graus - wir haben uns deshalb in der einzigen Unterkunft auf Gili Air einquartiert. Ein einfacher Bungalow auf Stelzen und mit Bad (das Wasser schüttest du dir mit einem Eimer im Freien über den Kopf, wie es auch die Bewohner der Insel machen), direkt am Strand. Bei Ebbe eine Runde dem Strand entlang oder ins Dorf und Plaudern mit den Bewohnern. Damals ein Südseetraum. Heute stehen auf allen drei Gilis jeweils etwa 100 Unterkünfte und am Strand entlang gehen, das war einmal. Wir können nicht überall aus, es gibt einfach Orte, die man sehen will und sollte. Zum Glück gibt es immer noch Ziele, die vom Massentourismus verschont geblieben sind und hoffentlich bleiben.

Klimawandel

 

Klimaveränderungen hat es immer schon gegeben versuchen notorische Klimawandel-Verweigerer immer wieder ins Spiel zu bringen. Ja, schon - ABER - noch nie ging es so rasend schnell wie in den letzten 150 Jahren und wir werden ständig mit den Auswirkungen dieser Entwicklung konfrontiert. Dieser Klimawandel ist eindeutig hausgemacht und wir sind alle dafür verantwortlich. Die einen mehr, die anderen weniger. 

                                                                                                                                Hauptverursacher des Klimawandels sind (nicht vollständig):         

  • Massentierhaltung und Landwirtschaft (Methan, Lachgas)
  • Verbrennung fossiler Energieträger (Öl, Kohle, Gas)
  • Auftauen von Permafrostböden (Methan)
  • Co2 Ausstoß und Schadstoffbelastung durch Verkehr (Flugzeuge, Kreuzfahrtschiffe, Öltanker, Kraftfahrzeuge)
  • Hausbrand

Auswirkungen des Klimawandels (nicht vollständig!):

  • steigende Temperaturen
  • Erhöhung des Meeresspiegels
  • Schmelzen von Eisflächen
  • Wetterkapriolen
  • Naturkatastrophen
  • Artensterben
  • Zerstörung der Korallenriffe
  • Verbreitung ansteckender Krankheiten
  • Armut, Wasserknappheit
  • Massenflucht

Abfallproblematik

Einerseits liegt es am fehlenden Umweltverständnis in vielen Ländern (auch wir in Europa mussten das erst lernen), andererseits auch an den Folgen des Massentourismus. Plastik wird produziert und verkauft ohne Ende. Plastik und anderer Müll wird, leider auch von unzähligen Touristen, achtlos in die Landschaft geworfen, gelangt in die Flüsse und irgendwann auch ins Meer. Die Folgen sind uns bekannt. Korallen- und Fischsterben, in den Kadavern von Seevögeln findet man Plastik. Die Zersetzung  dauert oft hunderte, wenn nicht gar tausende Jahre. Mikroplastikteile werden von den Meerestieren aufgenommen, da diese oft mit Plankton oder Quallen verwechselt werden und so gelangen sie auch in die Nahrungskette der Menschen. Die Reinigung von Touristenstränden wird de facto zum täglichen Ritual. Plastik und sonstiger Müll wird an einsame Strände und Buchten angeschwemmt.

Bevölkerungswachstum

 

Mehr als 7,7 Milliarden Menschen leben seit Mitte Juli 2019 

auf der Erde. Man schätzt, dass 2050 sich diese Zahl auf ca. 9,7 Milliarden erhöhen wird. Besonders hoch sind die Zuwachsraten südlich der Sahara und in arabischen Ländern wie Quatar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. In vielen  Industriestaaten sind die Zahlen rückläufig. In anderen Worten bedeutet dies eine Zunahme der Weltbevökerung um 82 Millionen pro Jahr, eine enorme Belastung für die Umwelt.

Armut, Nahrungs-und Wasserknappheit

Grundprobleme sind die niedrige Allgemeinbildung in den Entwicklungsländern, Naturkatastrophen, Korruption, Krankheiten. Die Schere zwischen arm und reich klafft hier noch weiter auseinander als in den weiter entwickelten Industriestaaten.

2 % der Weltbevölkerung besitzen etwa 51% des weltweiten Vermögens.