Wir erreichen Symi mit der Fähre von Rhodos am späten Abend. Unsere Zimmervermieter sind so nett und holen uns vom Hafen ab und bringen uns zu unserem Apartment in Ghialos. Sie selbst wohnen allerdings in Chorio, der Oberstadt. Unser erster Eindruck, ganz schmale Straßen und kaum Parkmöglichkeiten, nette Unterkunft und ausgesprochen freundliche und hilfsbereite Gastgeber.
Ich denke, wir sind angekommen. Und das nicht nur mit der Fähre. Wir erkunden ein wenig den Ort, Stadt wäre sehr übertrieben. Symi ist ein architektonisches Juwel und jetzt passt auch mal das Wetter um diesen schönen Ort genießen zu können. Nach dem ersten Spaziergang wollen wir aber eine Wanderung unternehmen, wahrscheinlich suchen wir uns gleich mal die längste aus. Wir wollen von Symi weg zum sehr entlegenen Kloster Aghios Emilianos und natürlich wieder zurück nach Symi bzw. Ghialos.
Steile Stufen führen von Ghialos in die "Oberstadt", teils etwas tricky, Blumen blühen nicht nur neben, auch am Weg, wie oft in Griechenland und der Ausblick wird von Minute zu Minute schöner. Nimoraki nennt sich das Almgebiet, das wir gerade durchqueren, überall laufen Ziegen und Schafe herum, die bei unserer Annäherung meist sofort die Flucht ergreifen. Wir blicken hinab zum Monastery of Archangel Michael Roukouniotis, dem wir später noch einen Besuch abstatten werden. Dann passieren wir eine kleine Kirche, bestaunen bei der Gelegenheit die tollen Pflanzen (Kretischer Aronstab) und verpassen prompt eine wichtige Abzweigung. Eine Zeitlang müssen wir weglos durch das unwegsame blockige Gelände bis wir endlich den schönen Wanderweg erreichen.
Aghios Ioannis Theologhos heißt die nächste Kirche am Weg, dann führt der Weg immer leicht bergab durch lichten Wald mit großen Wacholderbäumen und herrlichem Ausblick zur Skoumisa Bay und in weiter Ferne unser Ziel das Kloster Aghios Emilianos. Doch vorher haben wir noch das Vergnügen einer Gegensteigung. unterwegs erfreuen wir uns der Eidechsen und vieler Blumen, auch ein Gecko gibt sich die Ehre.
Für den Rückweg wählen wir teilweise eine andere - stellenweise weglose Route, um direkt zum Monastery of Archangel Michael Roukouniotis absteigen zu können. Wir sind total überrascht wie schön die Kirche des orthodoxen Klosters aus dem 15. Jahrhundert ist. Das Kloster war lange Zeit das religiöse Zentrum der Insel.
Noch ein paar Eindrücke vom Abstieg nach Ghialos und dem wunderbaren Ambiente. Die bunten Häuser mit der neoklassizistischen Architektur aus dem 19. Jahrhundert werden wohl jede/n begeistern.
Heute wollen wir die Insel mit dem Mietwagen erkunden. Unser vorrangiges Ziel ist das große Kloster Panormitis, wo noch Mönche leben. Dieses Kloster befindet sich weitab des Hauptortes und wird in der Saison oft von großen Ausflugsschiffen angefahren. Allein schon die Fahrt von Ghialos in die Oberstadt Chorio ist ein Erlebnis und bietet Panoramablicke par excellence.
Das griechisch-orthodoxe Kloster des Erzengels Michael Panormitis stammt in der heutigen Form aus dem 18. Jahrhundert (laut einer alten Inschrift existierte es bereits im 15 Jahrhundert) und wurde in einer wunderschönen Bucht an der Südwestküste der Insel Symi errichtet. Es ist ein bedeutender Wallfahrtsort, der für seine wunderwirkende Ikone des Erzengels Michael, den markanten Glockenturm und eine einzigartige Tradition berühmt ist, in der Seeleute mit Botschaften gefüllte Flaschen zurücklassen.
Im Inneren der Kirche finden sich wertvolle Ikonen, Gemälde und viele tolle Gegenstände, die von Gläubigen hierher gebracht wurden, zudem befinden sich auf dem Klostergelände auch zwei Museen. Obwohl wir keine gläubigen Menschen sind waren wir von dem Besuch in der Kirche sehr beeindruckt.
Nach dem Klosterbesuch gehen wir noch entlang der Klosterpromenade bis zu einer Halbinsel spazieren, normalerweise flüchten die Ziegen sofort, sobald wir auftauchen, hier sind sie aber total relaxt, vielleicht der göttliche Einfluss? Anschließend machen wir einen Abstecher nach Maratounda, das ist aber nur ein winziges, gottverlassenes Nest an einem kleinen Strand und den Besuch kann man sich getrost ersparen.
Die Landschaft im Inselinneren hat uns schon bei der Anfahrt zum Kloster recht gut gefallen, sodass wir noch einem schmalen Betonweg folgen (solange dieser gut zu befahren ist). Wir sind begeistert von dem vielen schönen Kretischen Aronstab. Doch bei dieser Sichtung allein bleibt es nicht. Beim Versuch endlich mal ein Chukarhuhn fotografieren zu können scheitere ich - sie sind einfach viel zu scheu. Bei dieser Gelegenheit sehe ich aber einen Wiedehopf, einen seltenen melanistischen Hardun und etwas später noch einen Balkan-Steinschmätzer im Prachtkleid.
Wieder zurück in Chorio (Horio) und runter nach Pedi, kann man, muss man aber nicht, zu sehen gibt es hier nichts Besonderes. Also wieder rauf, runter nach Ghialos und der Küste entlang nach Emporios. Zurück in Ghialos und das schöne Ambiente noch genießen, ehe wir mit der ziemlich verspäteten Fähre nach Tilos übersetzen. Zum Abschluss noch ein paar Bilder der atemberaubend schönen Architektur von Ghialos.
Symi, 26.-27.03.2026





































































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Hartmut Assmann (Donnerstag, 02 April 2026 21:12)
Ganz hervorragender Bericht mit wundervollen Fotos!! Kann es gar nicht mehr erwarten, dort Anfang Mai meine eigenen Erfahrungen zu machen. Die werden in der Tat Er-Fahr-ungen
sein, denn solche Wanderungen schaffe ich nicht mehr. Vielen Dank!!
Ute Grubmayr (Samstag, 04 April 2026 22:21)
Sehr gelungen der Bericht!�
Und wie immer wunderschöne Fotos!