· 

Tilos, wo es grünt und blüht

Von Symi kommend erreichen wir spät abends mit großer Verspätung endlich Tilos (die Fähre war voll mit unzähligen Fahrzeugen, wo die alle parken wollen ist uns ein Rätsel). Wir werden von unserer Zimmervermieterin freundlich am Hafen empfangen und in unsere Unterkunft gebracht. Am nächsten Tag ist´s richtig grauslich und wir werden zu einem Rasttag "gezwungen". Auch für den kommenden Tag ist nicht gerade strahlend Sonnenschein prognostiziert, warten wir´s mal ab. Wir hatten geplant einen Mietwagen zu mieten, erhalten aber eine Absage. So gehen wir eben zu Fuß. Es ist eh besser so. Wir wählen von Livadia den Wanderweg zum Louthra Beach.

Der Weg ist gesäumt von unzähligen Blumen. Wir brauchen viel länger als erwartet, am Weg sind schon einige Schätze zu finden. Am einsamen Strand legen wir eine Rast ein, Wandern macht hungrig. 

Unterwegs ein Blütenmeer aus Persischen Alpenveilchen. Es sind abertausende, sehr oft in Gruppen.  

Dann geht´s weiter nach Micro Chorio, einem verlassenen Dorf, das wir ausgiebig erkunden. Micro Chorio ist eine im 15. Jahrhundert vom Johanniterorden gegründete Siedlung. Das Gebirgsdorf war einst ein blühender Ort, der vor gut 80 Jahren von starker Abwanderung der Bewohner an die Küste betroffen war. Türen, Fenster und Dachziegel nahmen die Menschen gleich mit. Heute strahlt das Dorf den typischen Flair eines Geisterortes aus, auch wenn einzelne Gebäude wieder instandgesetzt werden.

Von Micro Chorio ist es nicht mehr weit auf den Gipfel des Amali, der zwar mit hässlichen Sendeanlagen ausgestattet ist, aber eine tolle Aussicht bietet, außerdem blühen hier wunderschöne Blumen. Nachdem bald ganz dunkle Wolken überm Meer aufziehen wollen wir einen zu erwartenden Regenguss abwarten. Der heftige, kalte Wind macht es auch nicht gerade freundlicher. Das Wetter verhilft uns aber zu tollen Stimmungen, die Regenfront zieht schließlich vorüber.

Von den Sendeanlagen gehen wir vorerst weglos durch das zerklüftete Karstgestein, dann folgen wir der aussichtsreichen Fahrstraße ein Stück Richtung Livadia, ehe wir auf einem Wanderweg direkt zu unserer Unterkunft absteigen können. Heute wird es noch sehr stürmisch, wettertechnisch haben wir großes Glück. Kaum im Apartment beginnt es auch schon zu regnen und dies recht heftig.

Heute haben wir uns ein Auto gemietet. Die Entfernungen sind doch zu groß um alles Interessante von Livadia aus abzuwandern und die Busverbindungen sind um diese Jahreszeit auch nicht wirklich brauchbar. Der erste Stop ist das seit vielen Jahren zwar unbewohnte, aber sehr gepflegte Kloster Agios Panteleimon(as). Die Fahrt entlang der Küste und den Steilfelsen des Kryallos ist schon die Reise wert, das Kloster selbst ist leider geschlossen. So fahren wir zurück über Agios Antonios, suchen Orchideen und begeben uns nach Meagalo Chorio.

Megalo Chorio ist der Hauptort der Insel, wenn auch nicht der größte. Etwa 100 Menschen sollen hier leben, wir lassen den Ort vorerst links liegen und wandern hinunter zum einsamen Skafi Beach. Am Weg sehen wir Bienenhäuschen und Gemüsefelder, die von Wildblumen überwuchert werden. Und natürlich viele weitere Blumen.

Jetzt nehmen wir uns auch die Zeit Megalo Chorio die Ehre zu erweisen. Das weiße Dorf kann mit ein paar netten Details aufwarten, man muss sie nur bewusst wahrnehmen.

Wir machen noch einen Abstecher zum großen Strand von Eristos. Vom Gipfel des Amali haben wir die Bucht bereits gestern bewundert. Neben vielen anderen Blumen wachsen hier zahlreiche Levkojen, die für ein wunderschönes Blütenmeer direkt am Strand sorgen.

Wie man unschwer erkennen kann ist Tilos eine außergewöhnlich schöne Blumeninsel. Noch ein paar letzte Bilder, ehe wir unsere nächste Insel (Nisyros) ansteuern. Auf diese Vulkaninsel freuen wir uns schon sehr.

Tilos, 28.-30.03.2026

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Kai Berger (Freitag, 10 April 2026 13:59)

    Sehr interessanter Bericht, da hattet ihr doch Glück, etliche Orchideenarten vorgefunden zu haben! LG Kai